Tag 3: Zwischen Fernsehturm und Mauerfall – Ein Zeitreise-Tag in Berlin
Wahnsinn, wie schnell die Zeit vergeht! Wir sind schon bei unserem dritten und letzten Tag in dieser elektrisierenden Metropole angekommen. Nach unseren Erkundungstouren durch das moderne und historische Berlin haben wir uns für heute ein ganz spezielles Thema vorgenommen: Wir tauchen ein in die Geschichte der DDR. Schnür dir deine bequemsten Schuhe, wir begeben uns auf eine Reise in eine Zeit, die Berlin bis heute tief geprägt hat.
Der Gigant am Alexanderplatz: Der Fernsehturm
Der Startpunkt könnte kaum ikonischer sein. Wenn du in Berlin bist, führt kein Weg am "Telespargel" vorbei. Der Berliner Fernsehturm thront stolz über der Stadt und ist quasi der Kompass für jeden Berlin-Besucher. Nach einem kurzen Check-in und dem obligatorischen Sicherheitscheck schießt du mit dem Aufzug in über 200 Meter Höhe. Wenn sich die Türen öffnen und du plötzlich über der ganzen Stadt stehst, hältst du kurz den Atem an. Die 360°-Aussicht ist einfach unschlagbar – egal ob bei strahlendem Sonnenschein oder wenn die Stadt unter dir zu funkeln beginnt.
Der Fernsehturm ist extrem beliebt. Kaufe deine Tickets unbedingt online mit einem festen Zeitfenster. Das spart dir Stunden an Wartezeit in der Schlange (Preise ab ca. 20 EUR). Übrigens: Wenn du danach Lust auf einen Kaffee hast, schau dich mal rund um den Alexanderplatz in den versteckten Cafés der Seitenstraßen Richtung Hackescher Markt um – dort ist es weniger touristisch!
Hautnah: Das DDR Museum
Nachdem wir die Aussicht genossen haben, gehen wir direkt in die Geschichte über. Das DDR Museum ist für mich ein absolutes Muss, weil es nicht nur Fakten an die Wand klatscht, sondern dich zum Mitmachen einlädt. Es ist, als würde man in eine Zeitmaschine steigen. Es ist schräg, es ist berührend und es macht Geschichte greifbar.
Kurzes Quiz gefällig? Weißt du es?
Am meisten beeindruckt hat mich der Nachbau einer originalen DDR-Wohnung. Das Gefühl, in diesen Räumen zu stehen – von der Tapete bis zum Spielzeug im Kinderzimmer – ist völlig anders, als es nur in Schulbüchern zu lesen. Es macht deutlich, wie der Alltag damals wirklich aussah.
Geschichte der DDR (1949 – 1990)
7. Oktober 1949
Gründung der DDR
Auf dem Gebiet der Sowjetischen Besatzungszone (SBZ) wird die Deutsche Demokratische Republik gegründet. Wilhelm Pieck wird erster Präsident, Otto Grotewohl Ministerpräsident.
17. Juni 1953
Volksaufstand
Landesweite Arbeiterproteste gegen erhöhte Arbeitsnormen und die politische Führung weiten sich zu einem Volksaufstand aus, der von sowjetischen Truppen gewaltsam niedergeschlagen wird.
Mai 1955
Beitritt zum Warschauer Pakt
Die DDR wird Gründungsmitglied des militärischen Bündnisses des Ostblocks als Reaktion auf den Beitritt der BRD zur NATO. 1956 folgt die Gründung der NVA (Nationale Volksarmee).
13. August 1961
Bau der Berliner Mauer
Um die anhaltende Massenflucht in den Westen zu stoppen, riegelt die DDR-Führung unter Walter Ulbricht die Sektorengrenze in Berlin und die innerdeutsche Grenze komplett ab.
Mai 1971
Machtwechsel zu Erich Honecker
Erich Honecker löst Walter Ulbricht als Ersten Sekretär des Zentralkomitees der SED ab. Er prägt die DDR-Politik ("Einheit von Wirtschafts- und Sozialpolitik") bis kurz vor deren Ende.
21. Dezember 1972
Grundlagenvertrag mit der BRD
Unterzeichnung des Vertrages über die Grundlagen der Beziehungen zwischen der BRD und der DDR. Es folgt eine Welle der diplomatischer Anerkennung und 1973 der Beitritt beider Staaten zur UN.
Sommer 1989
Fluchtbewegung & Montagsdemonstrationen
Nach Öffnung der ungarischen Grenze fliehen Zehntausende über Ungarn und Prag. Im Landesinneren formieren sich Bürgerrechtsbewegungen; die Montagsdemonstrationen (z. B. in Leipzig) gewinnen massiv an Zulauf.
9. November 1989
Fall der Berliner Mauer
Nach einer versehentlichen Ankündigung neuer Reiseregelungen durch Günter Schabowski strömen Tausende Bürger an die Grenzen. Die Berliner Mauer wird noch in der Nacht friedlich geöffnet.
18. März 1990
Erste freie Volkskammerwahl
Die Bevölkerung der DDR wählt zum ersten und einzigen Mal in freien Wahlen ein Parlament. Die Allianz für Deutschland gewinnt deutlich mit dem Versprechen einer schnellen Wiedervereinigung.
3. Oktober 1990
Deutsche Wiedervereinigung
Mit dem Beitritt der neu gegründeten Länder der DDR zum Geltungsbereich des Grundgesetzes der Bundesrepublik Deutschland wird die DDR aufgelöst und die Wiedervereinigung vollzogen.
Geschichte der DDR (1949 – 1990)
Gründung der DDR
Auf dem Gebiet der Sowjetischen Besatzungszone (SBZ) wird die Deutsche Demokratische Republik gegründet. Wilhelm Pieck wird erster Präsident, Otto Grotewohl Ministerpräsident.
Volksaufstand
Landesweite Arbeiterproteste gegen erhöhte Arbeitsnormen und die politische Führung weiten sich zu einem Volksaufstand aus, der von sowjetischen Truppen gewaltsam niedergeschlagen wird.
Beitritt zum Warschauer Pakt
Die DDR wird Gründungsmitglied des militärischen Bündnisses des Ostblocks als Reaktion auf den Beitritt der BRD zur NATO. 1956 folgt die Gründung der NVA (Nationale Volksarmee).
Bau der Berliner Mauer
Um die anhaltende Massenflucht in den Westen zu stoppen, riegelt die DDR-Führung unter Walter Ulbricht die Sektorengrenze in Berlin und die innerdeutsche Grenze komplett ab.
Machtwechsel zu Erich Honecker
Erich Honecker löst Walter Ulbricht als Ersten Sekretär des Zentralkomitees der SED ab. Er prägt die DDR-Politik ("Einheit von Wirtschafts- und Sozialpolitik") bis kurz vor deren Ende.
Grundlagenvertrag mit der BRD
Unterzeichnung des Vertrages über die Grundlagen der Beziehungen zwischen der BRD und der DDR. Es folgt eine Welle der diplomatischer Anerkennung und 1973 der Beitritt beider Staaten zur UN.
Fluchtbewegung & Montagsdemonstrationen
Nach Öffnung der ungarischen Grenze fliehen Zehntausende über Ungarn und Prag. Im Landesinneren formieren sich Bürgerrechtsbewegungen; die Montagsdemonstrationen (z. B. in Leipzig) gewinnen massiv an Zulauf.
Fall der Berliner Mauer
Nach einer versehentlichen Ankündigung neuer Reiseregelungen durch Günter Schabowski strömen Tausende Bürger an die Grenzen. Die Berliner Mauer wird noch in der Nacht friedlich geöffnet.
Erste freie Volkskammerwahl
Die Bevölkerung der DDR wählt zum ersten und einzigen Mal in freien Wahlen ein Parlament. Die Allianz für Deutschland gewinnt deutlich mit dem Versprechen einer schnellen Wiedervereinigung.
Deutsche Wiedervereinigung
Mit dem Beitritt der neu gegründeten Länder der DDR zum Geltungsbereich des Grundgesetzes der Bundesrepublik Deutschland wird die DDR aufgelöst und die Wiedervereinigung vollzogen.
Die bunte Seite der Geschichte: East Side Gallery
Zum Abschluss unseres Trips fahren wir mit der S-Bahn zum Ostbahnhof. Hier wartet ein ganz besonderer Ort: die East Side Gallery. Was einst ein Symbol der Trennung und des Schmerzes war, wurde durch die Kunst zum Symbol der Freiheit. Die Berliner Mauer, die hier auf einer Länge von 1,3 Kilometern noch steht, ist heute die längste Open-Air-Galerie der Welt. Die Graffitis der internationalen Künstler sind beeindruckend und laden zum Nachdenken ein. Nimm dir hier unbedingt die Zeit, langsam entlang der Mauer zu spazieren.
Damit neigen sich unsere drei Tage in Berlin dem Ende zu. Berlin ist laut, Berlin ist bunt, und Berlin ist ein Ort voller Geschichten an jeder Ecke. Ich hoffe, diese kleine Serie hat dir geholfen, deinen eigenen Trip zu planen oder dich zumindest ein bisschen in die Stadt verlieben zu lassen. Was war dein Highlight in Berlin? Schreib mir gerne einen Kommentar, ich bin gespannt auf deine Erlebnisse!